Geschäftsstelle interkulturelle Kompetenzen

Deutschlandweit einzigartige Initiative gestartet

Die Charité hat zum 1. Oktober 2016 die Geschäftsstelle interkulturelle Kompetenzen im Berliner Gesundheitswesen eingerichtet. Sie soll den Umgang mit Migrantinnen und Migranten im Gesundheitswesen verbessern, indem sie Schwachstellen in der Fort- und Weiterbildung der medizinischen Berufsgruppen identifiziert und zu beseitigen hilft.

Die Zahl von Migrantinnen und Migranten als Patienten ist im deutschen Gesundheitswesen signifikant angestiegen. „Dies erhöht die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen medizinischen Berufsgruppen des Gesundheitssystems“, erklärt der Initiator Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie am Campus Virchow-Klinikum. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass Defizite in der Fort- und Weiterbildung der einzelnen Berufsgruppen und der Vernetzung verschiedener Institutionen bestehen. Diese sollen nun in einer elektronischen Plattform dokumentiert und später beseitigt werden, um mittelfristig sowohl die Patientenzufriedenheit als auch die Mitarbeiterzufriedenheit zu verbessern.

Anfang November hat sich dazu ein interdisziplinäres und interprofessionelles Lenkungsteam unter Teilnahme des Beauftragten für Integration und Migration der Senatsverwaltung Andreas Germershausen und Vertretern der Krankenkassen konstituiert, um die Arbeit der Koordinierungsstelle zu begleiten und mit vielfältiger Expertise zu unterstützen. „Das Konzept wird in dieser Form erstmals in Deutschland durchgeführt und hoffentlich Signalcharakter für andere Bundesländer haben“, sagt Prof. Sehouli.